Offene Trauergruppe – gemeinsam durch die Trauer

Das Hospiz Stuttgart bietet mit der Offenen Trauergruppe einen Ort der Begegnung an, den ich als qualifizierte Trauerbegleiterin leite. Doch was genau bedeutet „offen“?

„Offen“ heißt, dass Sie jederzeit und ohne Voranmeldung teilnehmen können – ganz gleich, wie lange Ihr Verlust schon zurückliegt. Dieses Format gibt Ihnen die Freiheit, genau dann Unterstützung zu suchen, wenn Sie das Bedürfnis danach spüren.

Was Sie in der Gruppe erwartet: Ich begleite Menschen in ganz unterschiedlichen Phasen der Trauer. Es ist ein geschützter Rahmen, in dem Sie Ihre Gefühle ausdrücken können, aber nicht müssen. Es gibt keinen Druck und keine festen zeitlichen Vorgaben. Jedes Treffen steht für sich und bietet Raum für neue Impulse und den Austausch mit anderen.

Gemeinsam statt einsam: Hier erfahren Sie, dass Trauer kein isolierter Prozess sein muss. Der Austausch zeigt, dass niemand diesen Weg alleine gehen muss. Das gibt oft die nötige Stabilität, um sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen.

Sie sind herzlich willkommen!

Individuelle Begleitung: Selbstverständlich dürfen Sie auch jederzeit auf mich zukommen, wenn Sie sich eine individuelle Begleitung wünschen. Gemeinsam finden wir Wege, wie Sie mit Ihrem Verlust leben und wieder eine Perspektive für die Zukunft gewinnen können.

Das Trauercafé: Gemeinschaft in Stuttgart-Sillenbuch

Das Trauercafé im Gemeindezentrum Äckerwald führt sein Angebot auch 2026 fort. Einmal im Monat öffnen wir die Türen für Menschen, die mit einem Verlust leben.

Hier können Sie sich in geschützter Atmosphäre austauschen, anderen zuhören oder einfach nur da sein. Es gibt kein festes Programm, keinen Erwartungsdruck und kein „Muss“. Es geht schlicht darum, für einen Moment die Verbindung mit anderen zu spüren und zu erfahren, dass Sie in Ihrer Situation nicht allein sind.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben, guttun würde, kommen Sie gerne vorbei. Ich freue mich darauf, Sie in dieser Runde zu begrüßen.

Wenn der Nebel aufzieht – Trauer im November

Der November bringt eine besondere Stimmung mit sich – kühle Tage, Nebel und das langsame Eintauchen in die Dunkelheit des Winters. Für viele Menschen ist dieser Monat mit Allerheiligen und dem Totensonntag verbunden, Tagen des besonderen Gedenkens an verstorbene Angehörige. Diese Zeit kann Trauernden emotional besonders nahegehen, da die äußere Dunkelheit oft die innere spiegelt.

In dieser besonderen Zeit des Jahres können kleine Impulse und Rituale eine große Unterstützung bieten. Die folgenden Anregungen laden dazu ein, die eigene Trauer bewusst wahrzunehmen und ihr mit kleinen, alltäglichen Ritualen zu begegnen.

Gefühle zulassen – Der November gibt Raum, Gefühle der Trauer bewusst zuzulassen. Es ist okay, sich in dieser Zeit melancholisch oder traurig zu fühlen. Diese Gefühle sind Teil des Trauerprozesses und dürfen sein.

Rituale schaffen – Rituale wie eine Kerze anzünden oder ein Spaziergang an einem besonderen Ort können helfen, den Verlust zu verarbeiten. Diese Rituale geben Struktur und Halt, besonders in dunklen Zeiten.

Die Natur als Spiegel – Die Natur zeigt uns, dass Dunkelheit und Kälte Teil eines größeren Kreislaufs sind. Vielleicht lässt sich in dieser Erkenntnis Trost finden – nach der Dunkelheit kommt immer wieder Licht.

Die Gedenktage und die Novemberdunkelheit sind Herausforderungen, doch sie könnten auch eine Chance bieten. Vielleicht geben sie Ihnen Raum, Ihre Trauer in den Blick zu nehmen. Vielleicht helfen Sie Ihnen, neue Wege des Gedenkens und der Bewältigung zu finden. Vielleicht mögen Sie sich Zeit nehmen, diese Zeit auch bewusst zu erleben – in Ihrem eigenen Tempo.